Die Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften der U18 fanden in diesem Jahr in einer beeindruckenden Kulisse statt. Gespielt wurde auf der Anlage im denkmalgeschützten Hamburger Stadtpark – eine wunderschöne Location, die den Titelkämpfen einen besonderen Rahmen verlieh.
Aus Rottenburger Sicht waren gleich drei Spielerinnen am Start. Bemerkenswert dabei: Alle drei bildeten jeweils ein Team mit einer Partnerin des MTV Stuttgart. Als Kopf des Trainerteams war zudem Landestrainer Sven Lichtenauer dabei.
Enni Baur und Lotte Helbig mit starken Ansätzen
Für den TV Rottenburg gingen zunächst Enni Baur und ihre MTV-Stuttgart-Partnerin Lotte Helbig an den Start. In einer ausgeglichenen und anspruchsvollen Vorrundengruppe entwickelte sich gleich mehrfach ein Spiel auf Augenhöhe. Trotz mehrerer denkbar knapper Satzverläufe blieb ein verdienter Sieg jedoch aus.
Besonders bitter: Lotte Helbig musste das Turnier am zweiten Wettkampftag krankheitsbedingt vorzeitig beenden.
Trainer Michael Sackmann-Baur zeigte sich dennoch zufrieden mit der Leistung:
„Sehr schade, dass sie im weiteren Turnierverlauf nicht mehr eingreifen konnten. Die engen Sätze – unter anderem gegen die späteren Fünftplatzierten aus Hamburg – haben gezeigt, dass sie auf diesem Niveau absolut mithalten können.“
Ella Althoff überzeugt als jüngste Spielerin
Die erst 2011 geborene Ella Althoff bildete gemeinsam mit Lina Schwager (Jahrgang 2009) eines der jüngeren Teams im Teilnehmerfeld. Gleich zum Auftakt wartete mit den Deutschen Vizemeisterinnen der beiden Vorjahre, Luisa Heiduk und Mona Walter, eine echte Mammutaufgabe.
Umso beeindruckender war der überraschende, aber vollkommen verdiente Auftaktsieg des baden-württembergischen Duos. In den beiden folgenden Gruppenspielen gegen Teams aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen ließen Ella und Lina nichts mehr anbrennen, wurden souverän Gruppensiegerinnen und qualifizierten sich für den oberen Turnierbaum der besten 16 Mannschaften.
Dort trafen sie bereits in der ersten K.-o.-Runde auf einen weiteren Gruppensieger. Im weiteren Turnierverlauf warteten zudem ausgerechnet die späteren Bronzemedaillengewinnerinnen sowie die Nummer eins der Setzliste.
Trotz starker Leistungen bedeutete dies schließlich das Aus. Am Ende stand ein sehr respektabler 13. Platz.
Gerade angesichts der starken Gegnerinnen zeigte das junge Duo eindrucksvoll, dass es bereits auf diesem Niveau konkurrenzfähig ist und auch gegen die besten Teams Deutschlands mithalten kann.
Silber für Nele Baur und Kaya Kuhr
Als Titelverteidigerinnen der U17 gingen Nele Baur und Kaya Kuhr mit großen Ambitionen in das Turnier. Das Ziel war klar formuliert: die Titelverteidigung – diesmal in der höheren Altersklasse U18.
Nach einem holprigen Start ins erste Spiel und einem frühen 1:7-Rückstand fanden die beiden schnell zu ihren gewohnten Stärken zurück. Eine stabile Annahme, präzises Zuspiel und eine herausragende Feldverteidigung bildeten die Grundlage für eine beeindruckende Turnierserie.
Die Gruppenspiele gegen Teams aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Bayern wurden souverän gewonnen. Auch in den K.-o.-Spielen am Samstag ließen Nele und Kaya keinen Satzverlust zu und zogen verdient ins Halbfinale ein.
Dort wartete mit Elena Faber und Lea Stöhr aus Bayern ein außergewöhnlich junges, aber äußerst spielstarkes Team. Erst eine Woche zuvor hatten die beiden den Bundespokal der U15 gewonnen.
Im ersten Satz mussten Nele und Kaya erstmals im gesamten Turnier Satzbälle abwehren. Beim Stand von 18:20 bewiesen sie jedoch große Nervenstärke und drehten den Durchgang noch zum 22:20.
Auch der zweite Satz verlief lange völlig ausgeglichen. Zur technischen Auszeit lagen die Titelverteidigerinnen noch mit 10:11 zurück, ehe sie eindrucksvoll das Tempo erhöhten. Druckvolle Aufschläge von Nele Baur und konsequente Aktionen von Kaya Kuhr am Netz führten zu einem spektakulären 10:0-Lauf und dem verdienten Finaleinzug.
Michael Sackmann-Baur lobte anschließend beide Teams:
„Die beiden jungen Bayern sind unter dem zunehmenden Druck von Nele und Kaya schließlich eingebrochen. Von ihnen werden wir aber in Zukunft noch viel hören. Für mich sind sie bereits jetzt Topfavoritinnen auf den U16-DM-Titel.“
Starke Bayerinnen verhindern die Titelverteidigung
Im Finale wartete mit Alina Bühl und Magdalena Hofmann ein bekanntes Team. Bereits im Halbfinale der Deutschen Meisterschaften des Vorjahres standen sich beide Teams gegenüber.
Nele und Kaya begannen selbstbewusst. Da sich beide Mannschaften spielerisch sehr ähnelten, wurde die taktische Marschroute zunächst bewusst offen gehalten, um flexibel auf den Spielverlauf reagieren zu können.
Die an Position vier gesetzten Bayerinnen zeigten jedoch eine nahezu fehlerfreie Leistung. Mit druckvollen Aufschlägen, hoher Konstanz und präzisen Angriffen an die Linien setzten sie Nele und Kaya permanent unter Druck.
In den Auszeiten wurden taktische Anpassungen vorgenommen. Unter anderem sollte das Aufschlagrisiko erhöht und die Verteidigung gegen Linienangriffe angepasst werden.
Der zweite Satz begann vielversprechend. Beim Stand von 8:4 schien das Momentum auf Seiten von Nele und Kaya zu liegen. Doch die Bayerinnen fanden eindrucksvoll zurück ins Spiel und drehten die Partie. Trotz großem Kampf ließ sich die Niederlage letztlich nicht mehr verhindern.
Bühl und Hofmann gewannen das Finale verdient und sicherten sich den Deutschen Meistertitel.
Die Enttäuschung über die verpasste Titelverteidigung war Nele und Kaya zunächst deutlich anzumerken. Mit etwas Abstand überwog jedoch der Stolz über eine herausragende Silbermedaille bei den Deutschen U18-Meisterschaften.
Für Nele Baur vervollständigt sich damit eine beeindruckende Medaillensammlung bei Deutschen Meisterschaften:
• Bronze 2023 (U16)
• Gold 2024 (U16)
• Gold 2025 (U17)
• Silber 2026 (U18)
Ein außergewöhnlicher Erfolg, der ihre kontinuierliche Entwicklung eindrucksvoll unterstreicht.
Ein schönes Omen?
Eine nette Randnotiz lieferte die Eröffnungsfeier. Dort berichtete Olympiasilbermedaillengewinner Clemens Wickler in einem Interview, dass er zwar mehrfach Deutscher Jugendmeister geworden sei – ausgerechnet der U18-Titel jedoch nie zu seiner Sammlung gehörte.
Vielleicht ist das für Nele und Kaya am Ende sogar ein gutes Omen für ihre weitere sportliche Karriere.







