Rottenburg/Paderborn. Die weibliche U18 des TV Rottenburg hat erneut Vereinsgeschichte geschrieben: Nach der Bronzemedaille bei der U16-DM vor zwei Jahren sicherte sich der „Ausnahmejahrgang“ 2009 und jünger nun auch bei der Deutschen U18-Meisterschaft in Paderborn den dritten Platz.

Das Trainerteam um Maik Trautmann und Michael Sackmann-Baur hatte als Minimalziel eine einstellige Platzierung beziehungsweise den Einzug ins Viertelfinale ausgegeben. Bereits am frühen Sonntagmorgen sorgten die Rottenburgerinnen jedoch für ausgelassene Stimmung: Mit einer starken Leistung im Viertelfinale gegen Borken und einem klaren 2:0-Erfolg (25:21, 25:18) zog das Team ins Halbfinale ein und hatte damit Edelmetall bereits sicher.

Der Weg dorthin war am Samstag nicht durchgehend reibungslos verlaufen. Zwar gewann der TVR seine ersten beiden Gruppenspiele gegen die SG Marburg-Biedenkopf (25:21, 25:21) und den SV Bad Laer (25:21, 25:22) jeweils mit 2:0, doch im abschließenden Spiel gegen die Dessau Volleys lief nicht mehr alles rund. „Man hat unsere kurze gemeinsame Vorbereitungszeit insgesamt schon gemerkt, dafür waren die Ergebnisse super“, erklärte Michael Sackmann-Baur. Das Rottenburger Spiel wurde vor allem von den Jugendnationalspielerinnen Nele Baur, Zoe Neboh und Ella Althoff getragen, während Dessau im scheinbar entscheidenden Spiel um den Gruppensieg mit seiner Hauptangreiferin und einer stabilen Defensive dagegenhielt. Die Partie ging am Ende mit 0:2 (20:25, 21:25) verloren.

Zunächst gingen beide Teams davon aus, dass Dessau aufgrund gleicher Punktzahl und Satzdifferenz den Gruppensieg errungen hatte. Umso größer war die Überraschung, als die Dessauerinnen im Anschluss zum Achtelfinale aufgerufen wurden. „Bei der DM zählt wohl der Satzquotient. Der war bei uns mit 4:2-Sätzen besser als bei Dessau mit 5:3-Sätzen. Uns war im Vorfeld nicht bewusst, dass wir schon vor dem Spiel Gruppensieger waren“, so Sackmann-Baur. Damit zog der TVR als einer der vier Gruppensieger in die K.-o.-Runde der 16 besten deutschen Teams ein – ein beachtlicher Erfolg, zumal viele Spielerinnen nur in der Landesliga aktiv sind.

Im Halbfinale wartete mit dem VCO Dresden der Turnierfavorit. Die Auswahl, die in großen Teilen aus Nachwuchs-Nationalspielerinnen besteht, zeigte eine überragende Leistung. „Das ist die halbe Jugend-Nationalmannschaft und ein eingespieltes Team. Da muss man akzeptieren, dass man auch mal deutlich verliert, wenn bei denen alles läuft“, sagte Maik Trautmann nach der klaren 0:2-Niederlage. Zwar gelang es dem TVR mehrfach, Dresden in spektakuläre Ballwechsel zu zwingen, doch meist mit dem besseren Ende für die Gegnerinnen.

Unterm Strich überwog jedoch klar die Freude über den erneuten Erfolg. „Mit unseren Möglichkeiten war das Ergebnis herausragend und die Krönung einer starken Saison im Jugendbereich“, bilanzierte Trautmann. Für den 25-jährigen Trainer war das Turnier zugleich ein emotionaler Abschluss: Nach drei Jahren beim TV Rottenburg kehrt er in seine Heimat nach Nordrhein-Westfalen zurück.

TV Rottenburg:
Hinten (v.l.): Trainer Michael Sackmann-Baur, Lise Angstenberger, Charlotte Fugunt, Tilda Fahrner, Carlotta Jauch, Marlene Györfi, Zoe Neboh, Ella Althoff
Vorne: Artini Klose, Emma Schröder, Daria Hafner, Nora Neuffer, Enni Baur, Nele Baur