Am Ende gab es nur leuchtende Augen bei den Mädels des TV Rottenburg. In Wiesbaden errangen sie Platz 12 unter den besten U16 Teams Deutschlands. Fünf von sechs Spielen gegen Bundesliganachwuchs und das als ein Team, welches sich aus der Bezirksklasse bis zur Deutschen Meisterschaft durchgekämpft hatte. Knappe Spiele, tolle Unterstützung von den Rängen und viel neue Erfahrungen gesammelt: „Das war das Ziel. Viele der Mädels waren vor dem Turnier nervös, weil es für die meisten die erste Deutsche Meisterschaft war. Sie haben aber bewiesen, dass sie sich zurecht hierfür qualifiziert hatten“, war Trainer Uwe Schröder stolz über den Auftritt seines Teams.
Zum Turnierauftakt am Samstag stand der TVR schon kurz vor der großen Überraschung. Gegen den USC Münster hatten sie im dritten Satz beim 14:12 zwei Matchbälle und unterlagen am Ende mehr als unglücklich. „Das war ein Riesenspiel der Mädels und am Ende kassieren wir zwei ganz bittere Aufschläge“, war Schröder sehr angetan von der Leistung seines Teams. „Münster hat uns vermutlich unterschätzt. Unsere Trainingsleistung am Vorabend war ziemlich ausbaufähig“, lächelt der Coach. Doch wieder einmal zeigten die TVR-Mädels ihre Qualitäten im Spiel – wie schon so oft in dieser Saison.
„Egal bei welcher Meisterschaft, die Mädels haben abgeliefert“, resümiert der 54-jährige Schröder die Saison. In Wiesbaden folgte dann eine starke Leistung gegen den amtierenden Meister aus Schwerin. Angetrieben von der wieder einmal herausragenden Spielführerin Ella Althoff, gelangen den Rottenburgerinnen immer wieder starke Ballwechsel. „Ella ist eine komplette Spielerin mit großen Fähigkeiten, die hier oft für uns Punkten konnte“, so Schröder. Und das gegen Teams mit Auswahl- oder gar Jugend-Nationalspielerinnen. Zwar unterlagen die Rottenburgerinnen mit 0:2, holten sich gegen Erfurt (2:0) aber den verdienten Sieg zum Einzug ins Achtelfinale. Der Umzug zum vierten Spiel des Tages in die gewaltige Wiesbadener Bundesligahalle war allerdings zu viel für die TVR-Girlies. „Da war der Akku leer und wir mussten gegen Dresden etwas Lehrgeld bezahlen“, so Schröder. Das deutliche 0:2 war jedoch kein Beinbruch, hatte man sich zuvor eingeschworen, dass nicht das Ergebnis, sondern die Erfahrungen wichtig sind. Zwar spielt mit Ella Althoff eine Ausnahmespielerin in den Reihen des TVR, doch ansonsten sahen sich die Rottenburgerinnen körperlich oftmals im Hintertreffen. „Dafür war das herausragend was die Mädels gemacht haben. Aus meiner Sicht haben alle an diesem Wochenende leistungsmäßig noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht.“ Egal ob die 11-jährige Libera Henni Fahrner mit viel Spielzeit, sonst bei der U13 des TVR spielend oder die 1,60m große Yolani Klose als Teilzeit-Zuspielerin, alle hatten ihren Anteil am Gesamterfolg des TV Rottenburg. Dazu noch die Unterstützung von Familie oder den „Allesfahrern“, die Rottenburger sorgten durchaus für ein bisschen Aufsehen. Zwar zollte man am Sonntag den Strapazen etwas Tribut, doch nach der 0:2-Niederlage gegen Braunschweig ging die Stimmung noch einmal nach oben. Die angeschlagenen Pauline Preuss und Laura Endress erhielten gegen den VC Offenburg ihre verdiente Spielzeit. Gegen ihre Dauerkonkurrentinnen bei der Süddeutschen Meisterschaft unterlagen die Bischofstädterinnen zwar erneut, die Punkte von Preuss und Endress wurden allerdings gefeiert wie der Titel. „Dass alle Spielerinnen einen Punkt bei der DM erzielen habe ich auch noch nie erlebt. Ich denke die Mädels haben sich insgesamt hervorragend Präsentiert und sind aufgefallen“, so Schröder. Egal ob starke Aufschläge von Marlene Györfi, halsbrecherische Abwehreinlagen von Emma Schröder oder wuchtige Blocks in der Mitte von Melina Flormann oder Elena Ruckgaber. Neben Kapitänin Althoff konnte beispielsweise auch Carlotta Jauch zwei Nominierungen zum MVP einheimsen. „Absolut verdient“, wie Schröder findet. So endete die Meisterschaft auf Platz 12 und mit vielen lobenden Worten der Spielführerin für jede Einzelne des Teams. Die in dieser Saison eingeführte Abschluss-Huldigung durfte natürlich auch nach dieser tollen Meisterschaft nicht fehlen.

TV Rottenburg hinten v.l.: Trainer Uwe Schröder, Henni Fahrner, Marlene Györfi, Laura Endress, Carlotta Jauch, Melina Flormann, Elena Ruckgaber, Yolani Klose
vorne: Pauline Preuss, Ella Althoff, Emma Schröder, Co-Trainerin Pia Angstenberger
Bild: Justin Köhler