Nach der Rückkehr auf die große Volleyballbühne wartet auf den TV Rottenburg bereits die nächste Herausforderung. Am Sonntag, 25. Oktober, um 17 Uhr gastieren die Jungs vom Neckar bei den Barock Volleys MTV Ludwigsburg. Es ist das erste Auswärtsspiel der neuen Bundesligasaison und zugleich ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Doch die Vorzeichen haben sich verändert: Während Rottenburg nach sechs Jahren ins Oberhaus zurückgekehrt ist, haben sich die Ludwigsburger bereits eine Saison lang auf höchstem deutschen Niveau behauptet und wollen nun den nächsten Schritt machen.
Der Auftakt gegen die SWD powervolleys Düren verlief für den TVR ernüchternd. Beim 0:3 (9:25, 15:25, 21:25) in der Volksbank Arena bekam der Aufsteiger die Qualität eines etablierten Bundesligisten deutlich zu spüren. Besonders in den ersten beiden Durchgängen fand Rottenburg kaum Zugriff auf die Partie. Erst im dritten Satz gelang es, das Spiel offener zu gestalten und phasenweise besser mitzuhalten. Für das erste Auswärtsspiel gilt es nun, die anfängliche Nervosität abzulegen, mehr Stabilität in die eigenen Abläufe zu bringen und von Beginn an mutiger aufzutreten.
Gegnercheck: Ludwigsburg will sich in der Bundesliga etablieren
Die Barock Volleys haben in ihrer Premierensaison eindrucksvoll gezeigt, dass sie in der 1. Bundesliga angekommen sind. Als Aufsteiger erreichten die Ludwigsburger direkt die Playoffs und sorgten dabei für einige bemerkenswerte Ergebnisse. Im Viertelfinale gegen den VfB Friedrichshafen gelang ihnen sogar ein 3:1-Erfolg, ehe im entscheidenden dritten Spiel Endstation war. In der neuen Saison will sich Ludwigsburg weiter etablieren und erneut die Playoffs erreichen.
Mit Patrick Steuerwald hat ein ehemaliger deutscher Nationalspieler das Traineramt übernommen. Besonders im Angriff haben die Barock Volleys personell nachgelegt. Diagonalangreifer Marius Büchi, der vom ASV Dachau kam, war in der vergangenen Saison einer der auffälligsten Punktesammler der Bundesliga und soll nun auch in Ludwigsburg für die entscheidenden Punkte sorgen. Die Fäden im Angriffsspiel zieht Alfred Brink. Der schwedische Nationalspieler ist neu auf der Zuspielposition und soll mit seiner Spielgestaltung für ein variables Angriffsspiel sorgen. Ein besonderes Wiedersehen gibt es mit Jan Huber. Der ehemalige Rottenburger steht weiterhin im Kader der Barock Volleys und bringt seine Qualitäten im Mittelblock ein. Mit seiner Präsenz am Netz und seinen Blockqualitäten dürfte er auch gegen seinen früheren Verein eine wichtige Rolle spielen.
Dass Ludwigsburg bereits gut in Form ist, zeigte zuletzt der Ligacup. Dort gelang den Barock Volleys ein 3:2-Erfolg gegen Düren – ausgerechnet jenen Gegner, gegen den der TVR zum Saisonauftakt deutlich unterlegen war. Für Rottenburg wird es deshalb entscheidend sein, die Ludwigsburger Angreifer mit druckvollen Aufschlägen aus dem Rhythmus zu bringen und insbesondere Büchi möglichst selten aus einer optimalen Annahmesituation heraus angreifen zu lassen.
Auswärts bestehen – die richtigen Lehren ziehen
Für den TVR geht es nach dem schwierigen Saisonstart vor allem darum, sich Schritt für Schritt an das höhere Niveau anzupassen. Gegen Düren wurde deutlich, wie konsequent die Gegner in der 1. Bundesliga Fehler bestrafen und wie wichtig ein stabiler Spielaufbau ist. Gerade beim Aufschlag und in der Annahme muss Rottenburg zulegen, um die eigenen Angreifer besser in Szene setzen zu können.
Auch TVR-Manager Timo Hensler weiß die Ausgangslage einzuordnen: „Wir haben gegen Düren gesehen, was uns in der 1. Bundesliga erwartet. Natürlich hätten wir uns den Auftakt anders vorgestellt, aber wir wussten, dass wir uns dieses Niveau erst erarbeiten müssen. Ludwigsburg ist uns aus der Vergangenheit bestens bekannt, hat sich inzwischen aber zu einer richtig guten Bundesligamannschaft entwickelt. Für uns wird es wichtig sein, mutiger aufzutreten und unser eigenes Spiel konsequenter durchzuziehen.“
Das Derby in Ludwigsburg bietet dafür die nächste Gelegenheit. Beide Vereine kennen sich aus früheren Begegnungen, doch inzwischen treffen sie auf einer anderen sportlichen Bühne aufeinander. Ludwigsburg geht mit dem Selbstvertrauen einer erfolgreichen Premierensaison und dem Heimvorteil in die Partie. Rottenburg will dagegen zeigen, dass die Mannschaft aus der Auftaktniederlage gelernt hat und auch auswärts konkurrenzfähig sein kann.
Am Sonntag wartet damit nicht nur das erste Auswärtsspiel der Saison, sondern auch der nächste wichtige Schritt auf dem Weg, in der 1. Bundesliga Fuß zu fassen.


















































