Was für ein Volleyballabend in der Volksbank Arena! Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt hat der TV Rottenburg am vergangenen Samstag seine ersten Punkte in der 1. Bundesliga eingefahren. Beim dramatischen 3:2-Erfolg gegen die WWK Volleys München bewiesen die Jungs vom Neckar enorme Moral und entschieden einen packenden Tie-Break mit 27:25 für sich. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Bereits am Dienstag, 3. November, um 20 Uhr gastiert der TVR bei den BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe in der Lina-Radke-Halle. Es wartet das nächste baden-württembergische Duell und eine anspruchsvolle Aufgabe gegen einen Gegner, der zum Saisonstart bereits für eine Überraschung gesorgt hat.
Der Erfolg gegen München dürfte der Mannschaft von Trainer Jan Scheuermann ordentlich Selbstvertrauen gegeben haben. Nach einem gewonnenen ersten Satz geriet Rottenburg mit 1:2 in Rückstand, kämpfte sich jedoch zurück und behielt in einer nervenaufreibenden Schlussphase die Oberhand. Besonders die beiden hart umkämpften letzten Durchgänge zeigten, dass sich die Rottenburger auch in schwierigen Situationen behaupten können. Nun gilt es, diesen Schwung mitzunehmen und die Leistung auch auswärts auf das Feld zu bringen.
Gegnercheck: Karlsruhe mit Ausrufezeichen zum Saisonstart
Die BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe gehen mit einem deutlich veränderten Kader in die neue Spielzeit. Nach zwei enttäuschenden Jahren ohne Playoff-Teilnahme soll unter Trainer Guido Görtzen wieder der Anschluss an die besten acht Mannschaften gelingen. Dafür wurde die Mannschaft auf zahlreichen Positionen neu aufgestellt. Dass die Veränderungen bereits Früchte tragen können, zeigte sich gleich zum Saisonauftakt: Mit einem überraschend deutlichen 3:0-Erfolg gegen den amtierenden Pokalsieger und Vizemeister SVG Lüneburg sorgten die Karlsruher für eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der ersten Spieltage.
Anschließend folgten Niederlagen gegen Friedrichshafen (1:3), Düren (0:3) und zuletzt Ludwigsburg (2:3). Gerade beim knappen Fünf-Satz-Spiel gegen die Barock Volleys bewies Karlsruhe jedoch, dass die Mannschaft auch auswärts gegen starke Gegner mithalten kann. Mit vier Punkten aus den ersten vier Begegnungen haben sich die Badener eine ordentliche Ausgangsposition erarbeitet.
Besonders im Blick behalten muss der TVR Diagonalangreifer Niklas Uhl. Der 2,03 Meter große Neuzugang aus Herrsching übernimmt im Karlsruher Angriff eine zentrale Rolle und wurde beim Auftaktsieg gegen Lüneburg zum wertvollsten Spieler gewählt. Mit seiner Durchschlagskraft und seinen gefährlichen Aufschlägen kann er Spiele entscheidend prägen. Auf der Außenposition zählt Yannik Ahr, der von den Helios Grizzlys Giesen kam, zu den wichtigsten Angreifern. Auch er überzeugte gegen Lüneburg mit einer starken Punkteausbeute und zeigte seine Qualitäten in den entscheidenden Ballwechseln.
Eine wichtige Rolle kommt zudem Zuspieler Paul Klimm zu. Der Neuzugang aus Mitteldeutschland überzeugte beim Erfolg gegen Lüneburg mit einer variablen Spielgestaltung und setzte seine Angreifer immer wieder geschickt gegen den gegnerischen Block in Szene. Mit Denir Hadžić steht Trainer Görtzen eine weitere Option im Zuspiel zur Verfügung.
Für den TVR wird es deshalb entscheidend sein, Karlsruhe mit druckvollen Aufschlägen aus dem Rhythmus zu bringen und den eigenen Block gegen die durchschlagskräftigen Angreifer gut zu organisieren.
Mit neuem Selbstvertrauen ins nächste Baden-Württemberg-Duell
Nach dem ersten Bundesligasieg reist Rottenburg mit einer deutlich positiveren Ausgangslage nach Karlsruhe. Dennoch hat das Spiel gegen München auch gezeigt, dass die Mannschaft noch an ihrer Konstanz arbeiten muss. Zu häufig wechselten sich starke Phasen mit unnötigen Fehlern ab. Gerade gegen einen Gegner wie Karlsruhe, der bereits bewiesen hat, dass er auch etablierte Spitzenteams schlagen kann, wird eine stabile Leistung über die gesamte Spielzeit notwendig sein.
Trainer Jan Scheuermann sieht im Erfolg gegen München einen wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung seiner Mannschaft: „Dieser Sieg war für uns unglaublich wichtig, gerade nach den beiden Niederlagen zum Auftakt. Die Jungs haben gezeigt, dass sie auch in schwierigen Situationen zusammenhalten und Spiele noch drehen können. Jetzt müssen wir es schaffen, unsere Leistung über längere Phasen konstant abzurufen. Karlsruhe hat gegen Lüneburg eindrucksvoll gezeigt, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt. Wir wollen trotzdem mutig auftreten und an das Spiel gegen München anknüpfen.“
Am Dienstag wollen die Jungs vom Neckar nun den nächsten Schritt machen und zeigen, dass der erste Bundesligasieg keine Eintagsfliege war.


















































